15 Jahre Euro-Bargeld

15 Jahre Eurobargeld

Seit Anfang 2002 nutzen wir den Euro als Bargeld. Was ist die vorläufige Bilanz der gemeinsamen Währung und welche Neuigkeiten sind in der unmittelbaren Zukunft zu erwarten?

Der Euro ist 15 geworden, genauer gesagt das Euro-Bargeld. 1999 wurde die gemeinsame Währung als Buchgeld eingeführt. Drei Jahre später konnten die Menschen die neue Währung dann auch richtig in die Hand nehmen: Seit dem 1. Jänner 2002 gibt es den Euro als Bargeld.

Kaum jemand kann sich heute noch vorstellen, beim Italien-Urlaub Schillinge in Lira umzutauschen oder sich vor der Fahrt von Salzburg nach Freilassing D-Mark besorgen zu müssen. Gesprächsthema Nummer eins beim Euro sind aber oft nicht seine Vorteile, sondern die vermeintlichen Preisanstiege, die der gemeinsamen Währung angelastet werden. "Alles wird teurer und der Euro ist schuld", heißt es dann. Darauf hat die Statistik eine eindeutige Antwort. Informieren Sie sich über diese und weitere Fragen zum Thema Gemeinschaftswährung.
 

Ist der Euro ein Teuro?

Die Antwort lautet eindeutig nein. Die Inflationsraten der vergangenen Jahre sind auf einem historisch niedrigen Niveau. Auch über den gesamten Euro-Zeitraum betrachtet ist die Preissteigerung geringer als zu Schilling-Zeiten. Von 1987 bis 2001 lag die durchschnittliche jährliche Teuerungsrate bei 2,3 Prozent. Seit 2002, also seit dem Zeitpunkt der Euro-Bargeldeinführung, betrug diese im Schnitt 1,9 Prozent pro Jahr.*
 

Der Euro und die Wirtschaft

Als exportorientiertes Land profitiert die Alpenrepublik überdurchschnittlich vom Euro. Nach einer Erhebung des Wirtschaftsforschungsinstitutes WIFO war das Wirtschaftswachstum im Zeitraum zwischen 1999 (Einführung des Euro als Buchgeld) und 2015 kumuliert um 9,3 Prozent höher.*
 

Der Euro und der Dollar

Die Euro-US-Dollar-Entwicklung war in den vergangenen 15 Jahren von einem Auf und Ab geprägt. Ging es bis zum Krisenjahr 2008 für den Euro stetig bergauf (was Nachteile für die Exportwirtschaft brachte), so fiel der Euro im Verhältnis zum US-Dollar seitdem wieder zurück. Aktuell ist annähernd ein Gleichstand der beiden Währungen erreicht. Für einen Euro gab es am 6. März 1,0588 US-Dollar.
 

Wie geht es weiter?

  • Weitere Beitrittsländer: Aktuell umfasst die Eurozone 19 Länder. Darüber hinaus ist der Euro in den europäischen Kleinstaaten Monaco, San Marino, Andorra und Vatikanstadt sowie in Montenegro und Kosovo Zahlungsmittel. Neun EU-Staaten sind derzeit aus unterschiedlichen Gründen nicht Mitglied der Eurozone. In den kommenden beiden Jahren ist nicht damit zu rechnen, dass einer dieser Staaten die Gemeinschaftswährung einführen kann oder will.
  • Ein neues Gesicht für die Euro-Scheine: Seit 2013 werden die Euro-Scheine der ersten Generation durch neue Banknoten, die so genannte Europa-Serie, ausgetauscht. Dies geschieht in aufsteigender Reihenfolge: Neue 5-, 10- und 20-Euro-Banknoten gibt es bereits. Ab April ist der 50-Euro-Schein an der Reihe. Die neuen Euro-Banknoten sind durch eine spezielle Schutzschicht länger haltbar und haben zusätzliche Sicherheitsmerkmale. Nach dem Fünfziger werden bis Ende 2018 noch die 100- und die 200-Euro-Banknoten auf die neue Euro-Serie umgestellt. Für die 500-Euro-Banknoten hat dagegen die letzte Stunde geschlagen. Sie werden 2018 abgeschafft.

Übrigens: Wenn Sie noch Schilling-Banknoten oder Schilling-Münzen haben, dann können Sie diese unter Umständen noch umtauschen. Ihr Raiffeisenberater informiert Sie gerne über die Details.

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* Quelle: Wirtschaftskammer Österreich