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Common Reporting Standard (CRS) / Gemeinsamer Meldestandard-Gesetz (GMSG)

Common Reporting Standard


Im Jahr 2010 wurde von den USA FATCA (Foreign Account Tax Compliance Act) ins Leben gerufen. Ziel von FATCA ist es, durch die Einführung von Identifikations-, Dokumentations- und Melde-Regelungen Vermögen und Einkünfte von US Personen, die weltweit auf Finanzkonten gehalten werden,  für eine mögliche Besteuerung zu identifizieren.

2014  wurden die FATCA-Regeln, die bis dahin nur US-Bezug hatten, von der OECD allgemeiner formuliert. Daraus entstand der Common Reporting Standard (CRS).

2015 wurde der CRS von der EU durch die Änderung der Amtshilferichtlinie in EU-Recht übernommen. Alle EU-Länder, darunter auch Österreich, müssen diese Richtlinie in nationales Recht umsetzen.

Ziel des CRS ist ein automatischer, länderübergreifender Austausch von Informationen zu Finanzkonten. Beim CRS handelt es sich nicht um ein neues Steuersystem, sondern um ein neues internationales Meldesystem. Der automatische Informationsaustausch soll dabei helfen, grenzüberschreitende Steuerhinterziehung und Steuerflucht zu bekämpfen.

In Österreich kommt der Common Reporting Standard ab dem 1. Oktober 2016 durch das Gemeinsamer Meldestandard-Gesetz (GMSG) zur Anwendung.

Damit werden Finanzinstitute in Österreich verpflichtet, die steuerliche(n) Ansässigkeit(en) ihrer Kunden sowie die entsprechenden Steueridentifikationsnummern (Tax Identification Number – TIN) zu erfragen, elektronisch zu speichern und für im Ausland steueransässige Konto- und Depotinhaber Meldungen an die österreichische Steuerbehörde (Finanzamt) durchzuführen. Diese nimmt in weiterer Folge den Datenaustausch mit den an CRS teilnehmenden Ländern vor.

Von der Meldung betroffen sind alle Kunden, natürliche Personen, Rechtsträger sowie beherrschende Personen bei passiven Rechtsträgern, die in einem am CRS teilnehmenden Staat steuerlich ansässig sind.

Auf diese steuerliche Ansässigkeit hinweisen können folgende Indizien:
 

CRS-Indizien für natürliche Personen

  • Steuerliche Ansässigkeit im Ausland
  • Adresse
  • Telefonnummer
  • Zeichnungsberechtigte mit ausländischer Adresse
  • Dauerauftrag ins Ausland
  • C/O-Adresse oder schalterlagernde Adresse als einzige Adresse

CRS-Indizien für juristische Personen

  • Gründungsland im Ausland
  • Sitz der Gesellschaft im Ausland
  • Adresse der Gesellschaft im Ausland
  • Ausländische beherrschende Personen von passiven Rechtsträgern

Folgende Daten werden gemeldet

  • Name und Adresse des/der Kontoinhaber(s)
  • Ansässigkeitsstaat(en) und Steueridentifikationsnummer(n)
  • Geburtsdatum und -ort
  • Konto-/Depotnummer(n)
  • Kontosaldo(en) und Depotwert(e) zum Ende des betreffenden Kalenderjahres bzw. Meldezeitraums
  • Bruttoerträge und -erlöse
  • Bei meldepflichtigen beherrschenden Personen von passiven Rechtsträgern: Name, Adresse, Steueransässigkeitsstaat, TIN und Geburtsdatum/-ort


Ausschließlich in Österreich steueransässige Kunden sind von den Meldepflichten des CRS nicht betroffen. Die Meldung erfolgt erstmals Mitte 2017 für melderelevante Daten aus dem 4. Quartal 2016.

Ab dem 1. Oktober 2016 besteht bei Neueröffnung von Konten (Giro, Spar, usw.) und Depots eine Erklärungsverpflichtung von Kunden österreichischer Finanzinstitute mittels Abgabe einer so genannten Selbstauskunft (Self Certification = SC). Hierin erklären die Kunden ihre steuerliche(n) Ansässigkeit(en) und ihre TIN(s).

Unter bestimmten Voraussetzungen sind ab dem 1. Oktober 2016 auch für bestehende Kunden, die zum 30. September 2016 eine aktive Geschäftsverbindung mit dem Finanzinstitut haben, Selbstauskünfte hinsichtlich der Erklärung ihrer steuerlichen Ansässigkeit(en) sowie entsprechender Steueridentifikationsnummer(n) abzugeben, jedenfalls aber bei Neueröffnung eines Kontos oder Depots.

Kundeninformation zum Gemeinsamer Meldestandard-Gesetz